How to draw Noir Comics von Shawn Martinbrough

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Hallo,
in diesem Post geht es um folgendes Buch:

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Manche von Euch wissen ja, dass ich mich sehr für Comics in Schwarz-Weiß interessiere, insbesondere für die Kunst des Comic Noir. Natürlich reichen meine Arbeiten noch nicht an die Qualität von Frank Millers Sin Sity. Wenn ich ausschließlich mit schwarzen und weißen Flächen arbeite, empfinde ich es als große Herausforderung das Motiv auch der Ausdrucksstärke des starken Kontrastes gerecht werden zu lassen und die Bildkomposition insgesamt „lesbar“ zu halten. Deshalb hielt ich es für eine gute Idee, mir ein entsprechendes Fachbuch zu Gemüte zu führen.  Meine Wahl fiel auf „How to Draw Noir Comics: The Art and Technique of Visual Storytelling“ von Shawn Martinbrough.
Shawn war mir bislang als Comiczeichner nicht bekannt, was aber an mir liegt. Die Rezensionen auf Amazon und ein Blick in das Buch selbst, überzeugten mich aber davon, dass er sein Handwerk versteht.

Ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch ist sehr anschaulich aufgebaut und geschrieben. Der Autor erklärt seine unterschiedlichen Arbeitsschritte, Techniken, Tricks, Kniffe und Werkzeuge von der ersten Skizze bis hin zum fertigen Bild. Dabei geht er auf so Themen ein, wie Bilddynamik und – aufbau, Hintergründe/ Kulissen, Charakterinszenierung etc.. Das Buch ist nach den Themen geordnet und erklärt im jeweiligen Rahmen die einzelnen Arbeitsschritte. Für jeden Arbeitsschritt gibt es Beispielgrafiken, so dass man den Werdegang der Bilder gut nachvollziehen kann.

Ein Comic am Ende des Buches bettet alle beschriebenen Prinzipien nochmal in einen Handlungsbogen ein und rundet den Gesamteindruck anschaulich ab.
Einzige Wermuthstropfen: Auf digitale Arbeitsschritte und Werkzeuge geht Martinbrough nicht ein. Diese unterscheiden sich naturgemäß sehr von den „analogen“. Die beschriebenen Gestaltungsprinzipien sind aber auch bei der Arbeit am Computer anwendbar. Die Produktempfehlungen für Werkzeuge sind auf dem deutschen Markt auch nur bedingt hilfreich. Mit etwas Recherche findet man aber recht schnell hier kaufbare Entsprechungen.

Mein Fazit: Ein hilfreiches Buch für alle, die sich für die Arbeitsschritte und Gestaltungsprinzipien bei der Erstellung von Noir Comics mit „analogen“ Mitteln interessieren. Stellenweise fühlt es sich fast so an, als ob man dem Autor bei der Arbeit über die Schulter schaut und er einem erklärt was er tut. Wer sich hingegen ausschließlich für die digitale Erstellung von Comics interessiert, dem kann das Buch nur bedingt weiter helfen.
Für alle neugierig gewordenen hier noch der Link zum Promovideo.

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